Artist Retreat 2023

Artikel von Leonie Dries @leonie_drs

Nach knapp drei Stunden über Autobahn und Landstraßen bog ich um die letzte Kurve und da war es – Schloss Hohenroda. Vielleicht sogar noch etwas schöner als auf den Bildern, als wäre es direkt aus einem Märchen entsprungen.

Ich war mega aufgeregt, ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Jahr mein kreatives Business und ich wusste nicht, wer und was mich erwarten würde. Die Aufregung verflog aber schnell, ich wurde so herzlich begrüßt und habe mich direkt wohl und zuhause gefühlt. Gemeinsam verbrachten wir den Abend und stellten uns einander vor und erzählten etwas über uns – in der kleinen intimen Runde konnte so jede viel von sich erzählen und wir lernten uns direkt schon gut kennen.

Am Samstagmorgen starteten wir nach einem gemeinsamen Frühstück direkt in die Ideenwerkstatt mit Katha. Hier erfuhren wir, wie wir kreativ mit unseren Ideen umgehen können, und präsentierten einander in kleinen Gruppen unsere mitgebrachten Projekte. Der Austausch erwies sich als unglaublich hilfreich, oft sieht man den eigenen Wald vor lauter Bäumen nicht und die Perspektive anderer kann wahre Wunder wirken.

Am Nachmittag wagten wir uns mit Hanna auf die Schlosswiese, um gemeinsam abstrakte und intuitive Bilder mit Acrylfarben und MixMedia auf Leinwand zu malen. Das kreative Miteinander sorgte für jede Menge Spaß, und das Outdoor-Malen werde ich definitiv weiterverfolgen.

Den Rest des Tages diskutierten wir viel über Herausforderungen und mögliche Stolpersteine in unseren kreativen Selbstständigkeiten, Investitionen, Mitarbeitende und vieles mehr. 

Der Sonntagmorgen überraschte uns mit einem interessanten Cricut Workshop unter der Leitung von Scarlett. Sie teilte ihr Wissen über das Gerät mit uns und wir hatten die Gelegenheit, es direkt auszuprobieren. Diese Erfahrung eröffnete mir eine völlig neue Welt, da ich noch nie geplottet habe und ich kann es kaum erwarten, meine eigenen Projekte umzusetzen.

Fazit

Dieses Retreat war so viel mehr, als nur ein Wochenende mit Künstlerinnen. In dem eigenen kreativen Business ist man oft alleine und hat nur wenig Austausch. Es gibt Konkurrenzkampf, man darf bloß seine Geheimnisse nicht verraten und so weiter. Aber auf diesem Wochenende und in der Typefaces Family habe ich gelernt, dass es auch anders geht. Egal wieviel Jahresumsatz du machst, egal wie viele Mitarbeitende du hast, egal, ob du GroßverdienerIn oder KleinunternehmerIn bist oder gerade erst durchstarten willst: Du bist willkommen und nicht alleine. Deine Fragen und Sorgen werden genauso ernst genommen, wie die der anderen. Manchmal sind es auch die gleichen Sorgen, nur in einer anderen Größenordnung (ich einnere mich hier an ein Gespräch in dem es um Ausgaben und Investitionen ging – erst sind es die Postkarten für 100 Euro, die dir als große Ausgabe erscheinen und irgendwann sind es Kartons für 5000 Euro). 

Ganz ehrlich, ich wollte am Sonntag nicht abreisen und der Abschied ist mir schwergefallen. Aber ich bin mit vollem Herzen nach Hause. Die Gewissheit, dass ich nicht allein mit meinen Herausforderungen im kreativen Business bin und der anhaltende Kontakt zu vielen Teilnehmerinnen bereichern meinen Alltag. Drei wundervolle Tage verbrachten wir gemeinsam, mit Spaß, tiefgründigen Gesprächen und kreativer Zusammenarbeit. Ich freue mich schon jetzt ungeduldig auf das nächste Retreat und darauf, noch mehr faszinierende Menschen von euch kennenzulernen.

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